EUR 12,95 € Into the Wild
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Produktinformation:
Darsteller: Brian Dierker, Catherine Keener, Emile Hirsch, Hal Holbrook, Jena Malone, Kristen Stewart, Marcia Gay Harden, Thure Lindhardt, Vince Vaughn, William HurtDurchschn.Kundenbewertungen:
basierend auf 51 RezensionenASIN: B00194WZJA
EAN: 0886971893991
UPC: 886971893991
Erscheinungsdatum: 25.08.2008
Verkaufsrang: 80
Publisher: Ufa/DVD
Studio: Ufa/DVD
Label: Ufa/DVD
Bildseitenformat: 16:9
Altersfreigabe: Freigegeben ab 12 Jahren
Format: Dolby, PAL, Surround Sound
Kundenrezessionen
2 von 2 fanden diese Bewertung hilfreich.
"Interessant, gerade in der heutigen Zeit!"
Regissuer Sean Penn erwarb damals die Filmrechte an Jon Krakauers Erfolgsgeschichte "Into the Wild". (Die durch gefundene Tagebucheinträge, Postkarten und Erzählungen der Menschen die Chris auf seiner Reise traf, rekonstruiert wurde.) Bekam aber erst rund 10 Jahre später die Zustimmung der Eltern von Christopher McCandless für die Verfilmung. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte über einen jungen Mann der in reichen Verhältnissen aufwuchs, der im Sport wie in der Schule ein Überflieger war.
Er ist Anfang zwanzig und nach dem Abschluss seines Studiums im Jahre 1992 entschließt er sich, seine Ersparnisse (immerhin ca. 25.000 $) an die Hungerhilfe zu spenden, in Richtung Alaska zu trampen und dort in der Wildnis zu leben. Ausgerüstet mit dem Nötigsten beginnt er seine abenteuerliche Reise, in derer er die unterschiedlichsten Charaktere kennen lernt, die sein Leben und das seiner Wegbegleiter formt und prägt. Im Vordergrund steht hier eine selbstzerstörerische Suche eines Einzelgängers, eine Suche nach Freiheit...
Über mehrere Jahre entsagt er allen Besitztümern, welche ihn nur einengen würden. Während einiger Niederlagen auf seine Reise hin und hergerissen, sich doch wieder dem Wohlstand zu ergeben und zu seinen aus seiner Sicht spießigen Eltern zurück zu kehren, widersteht er diesem Gedanken und entwickelt dadurch ein ganz neues Gefühl des Starkseins, des Erhabenseins.
Die Umsetzung des Buches ist gelungen wenn auch nicht ganz so ausführlich, aber das macht ja Bücher schließlich aus. Der Film bietet beeindruckende Naturaufnahmen und zeigt wie verschieden doch die amerikanischen Landschaften und die damit verbundenen Menschen sind. Wir werden entführt in Wüstengebiete, über Kornfelder, bis hin zu den kalten Bergen Alaskas. Untermalt wird das ganze von einem stimmigen Soundtrack. Ein Glücksfall finde ich die Besetzung der Hauptrolle mit Emile Hirsch, der den Chris McCandless sensationell spielt. Man spürt die innere Zerissenheit, zwischen Wut auf der einen und der Suche nach Geborgenheit und Glück auf der anderen Seite. Auch sein Aussehen, sowie seine Gesichtszüge, die den Wohlstandszustand genauso wie das Abgehalfterte/Gezeichnete (er nahm viele Kilos während des Filmes ab) glaubwürdig erscheinen lassen. Wenn man das letzte Originalbild von Chris auf dem Buchrücken kennt und die gleiche Szene im Film sieht, wird klar wie gleich beide aussehen. Auch die übrige Besetzung mit Hal Hoolbrook, William Hurt, Vince Vaughn, Catherine Keener u.a. reiht sich nahtlos ein.
Die Laufzeit des Filmes die mit 142 minuten sehr lang ist, aber nie lang erscheint, lässt einem die Zeit für eigene Gedanken ohne dabei schleppend zu sein.
Insgesamt mal was ganz anderes, gerade in unserer schnellebigen und technisierten Welt , mal Menschen zu sehen die den ganzen bunten Bildern den Rücken kehren. Auch wenn es hier eher unvorbereitet und von jugendlicher Naivität geprägt ist. Chris McCandless war vom Idealismus besessen, der mit der heutigen Zeit nicht leicht zu vereinbaren ist.
Aber letzendlich lebte er seinen Traum...
Empfehlenswert für jeden, der sich um die Wertigkeiten in seinem Leben, und in der Gesellschaft Gedanken macht.
Interessant auch das 64 minütige Bonusmaterial mit vielen Interviews der Darsteller und das Regisseurs.
(DVD)
1 von 1 fanden diese Bewertung hilfreich.
Selbsterfahrung.
Wohlbehütet aufgewachsen, mit einem ausgezeichneten Schulabschluss stehen für Christopher McCandless die Chancen gut, an Harvard Jura zu studieren. Doch Chris hat andere Pläne und verlässt sein Elternhaus und seine Schwester. Recht bald lässt er auch sein Auto zurück, verbrennt seine Kreditkarten und sein letztes Geld. Völlig auf sich gestellt, durchwandert er das Land, spricht mit Menschen, arbeitet.
Chris trifft bei seiner Wanderung zahlreiche Menschen, erfährt Hilfsbereitschaft und Freundschaft. Nie hält es ihn irgendwo lange. Sein fernes Ziel ist Alaska und das mit möglichst wenig menschlichem Beiwerk. Quasi nebenbei lässt er sich beraten was unbedingt dazu notwendig ist. Er führt Tagebuch und macht sich Notizen über für ihn wichtige Dinge. So nähert er sich der nördlichen Zone aus Eis und Schnee. Fernab von Menschen erlebt er die Natur pur.
Der Film schildert leise und einfühlsam den Weg eines jungen Mannes als Austeiger. Pittoreske Landschaften, kautzige Charakteren und immer wieder der Wunsch weiter zu ziehen prägen die Geschichte. Das Ende wirkt fast surreal.
0 von 0 fanden diese Bewertung hilfreich.
Freude ist nur echt, wenn man sie mit anderen teilt!
Es gibt eigentlich nur realtiv wenig Filme, die einen so stark in den Bann ziehen und über die man Tage lang noch nach denkt. "Into the wild" ist so ein Film, bei dem man die großartigen Bilder, die eingehende Musik sowie die außergewöhnliche Geschichte noch lange im Kopf hat. Sicherlich ist der Grundtenor des Films eher dramtisch. Aber es gibt viele positive Szenen und sehr viel mehr Aspekte, die man (für sich) entdecken kann. Zum einen ist es die Suche nach Freiheit, die viele Menschen in sich haben. Man merkt aber schnell, daß dies Einsamkeit bedeuten kann. Und man kann an dieser Einsamkeit dann auch schnell zugrunde gehen. Ein anderer Punkt ist, dass viele Menschen die Gemeinsamkeit suchen, weil sie allein sind. Letztendlich kommt "Alexander Supertramp" auch auf den Schluss: "Happiness only real when shared". Ein Film, der wie Donnie Darko, die Geschmäcker und Ansichten der Betrachter spaltet. Ich finde, jeder sollte seine eigne Schlussfolgerung aus dem Film ziehen, aber er ist sicher nicht schlecht, nur weil man die Handlungsweise des Hauptdarstellers nicht nachvollziehen kann.
1 von 4 fanden diese Bewertung hilfreich.
Einfühlsames Porträt eines Weges aus dieser Welt
Sean Penn ist ein Meister seines Faches und hat auch mit diesem Film wieder ein cineastisches Meisterwerk vollbracht. Zur Geschichte muss ich nichts mehr sagen. Der Hauptdarsteller Emile Hirsch vollbringt wahre Wunder, aber auch alle anderen Schauspieler/innen sind mit großer Sensibilität gecastet. Selbst noch in den Interviews (siehe Bonusmaterial) spürt man, wie sehr sich die am Film Beteiligten (incl. der Musik) in die Geschichte dieses jungen idealistischen Aussteigers hineingefühlt haben. Und dass auch Jon Krakauer, der die Buchvorlage geschrieben hat, schlichtweg hingerissen ist, spricht für sich ... A film to treasure!
1 von 1 fanden diese Bewertung hilfreich.
Alternativkino, mehr als erstaunend.
Einer der besten (Alternativ-)Filme die ich in den letzten Jahren gesehen habe.
Obowhl, oder gerade weil, in diesem Film jede landläufig bekannte dramaturgische Struktur fehlt ist dies, meiner Ansicht nach, einer der besten Filme die das amerikanische Independant / Alternativkino in den letzten Jahren zu Tage gebracht hat.
Über die Handlung kann man in vielen anderen Rezensionen und auf der Artikelseite lesen, deshalb werde ich auf diese nicht weiter eingehen.
Der Film wird zu einem großen Teil von der Schwester des Protagonisten erzählt, was aus drehbuchtechnischer Sicht die beste Wahl war. Obendrein pendelt der Film zwischen verschiedenen Zeitachsen hin und her, aber ohne, dass es stören würde und ohne das oft daraus resultierende Gefühl von Verwirrtheit. Ich muss anfügen, dass ich das Buch von Jon Krakauer leider nicht gelesen habe. Deshalb weiß ich nicht ob diese Rafinesse(n) Sean Penn oder dem Originaltitel-Autor zuzuschreiben ist.
Als herkömmlicher Film mit drei-Akt-Struktur und 2 Plotpoints (+ einem Midpoint) würde er untergehen zwischen vielen anderen. Aber wieder einmal beweist Sean Penn, den ich ,subjektiv gesprochen, sehr schätze, seine Größe.
Der Soundtrack von Eddie Vedder, der übrigens mit mehreren Auszeichnungen (Emmy, etc.) anerkannt wurde, unterstützt das Gefühl (wie auch die fotografische Qualität der Bilder) von Freiheit und von Einsamkeit, weshalb ich mir auch einige Titel in Itunes gekauft habe.
Die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers hat mich nicht umgeworfen, war aber dennoch eine gute Leistung.
Dieser Film hinterlässt, trotz keinem Happy End, ein Gefühl von Staunen und längeres Nachdenken über das Leben in (Un)Freiheit und in gesellschaftlichen Zwängen und Normen.
3 von 3 fanden diese Bewertung hilfreich.
Suche nach der Freiheit im Herzen, Freiheit im Sein!
Was soll man von einem jungen Mann halten, der trotz glänzender Zukunftsaussichten beschließt, von zuhause auszubrechen, der sein gesamtes Geld von tausenden von Dollars verbrennt oder verschenkt, durch ganz Amerika wandert, um eines Tages nach Alaska zu kommen, dabei die verrücktesten Sachen macht, seine Familie völlig ohne Nachricht in der Luft hängen lässt und jeder Person, mit der er sich menschlich einlässt, im Vollzug seines Traumes früher oder später vor den Kopf stößt bzw. stoßen muss? Und das Beste - die Geschichte jenes jungen Mannes ist wirklich passiert!
Man kann ohne Frage seine Entscheidungen als völlig verrückt verdammen und schlichtweg den Kopf schütteln, aber was man muss, dass ist, ihn für diese absolut kompromisslose Umsetzung seines freiheitlichen Idealismuses zu bewundern!! Emile Hirsch setzt in unverschämt sympathischer Manier den Einzelgänger und Idealisten Christopher McCandless auf dessen Weg nach Alaska um und schafft damit einen Film der Superlative. Von Anfang an haben wir tiefen Einblick in das Leben des Protagonisten, sehen die Ursachen seiner Entscheidungen, haben Anteil an seinem Denken und Fühlen und treffen mit ihm die unterschiedlichsten Menschen.
Was diesen Film eizigartig macht, ist, dass er jeden Einzelnen von uns berührt und zum Nachdenken bringt. Hat nicht jeder einmal in seinem Leben, sei es auch nur in einem flüchtigen Augenblick, daran gedacht, alles hinzuwerfen, um seine Träume, das was man wirklich will, irgendwie zu realisieren und zu leben. Bewundern wir nicht manchmal Menschen, die auf die sog. Realität pfeifen und es schaffen, sich und ihren Idealen treu zu bleiben. All dies zeichnet den Film aus und wird fast schon bis an die Grenzen ausgereizt.
Schon oft habe ich gelesen, das Sean Penn angeblich mit fehlender Objektivität seinen Helden als viel zu positiv und liebenswert darstellt... Der Held ist unbestritten liebenswert und durchgehend positiv - aber das ändert nichts daran, dass seine Taten objektiv für ihn sprechen. Man sitzt nur allzuoft da und denkt, dass dies oder jenes nicht sein kann oder einfach nur verrückt ist. Es wird dem Zuschauer überlassen, ob er Christopher McCandless folgt oder seine eigene Entscheidung über ihn trifft. Und diese Entscheidung bleibt nicht aus, da selbst der Hauptdarsteller immer wieder an einen Punkt kommt, wo er sich selbst neue Wahrheiten eingestehen muss und an sich selbst wächst.
Daneben wird der Film ungeheuer prachtvoll inszeniert mit großartig(st)en Aufnahmen aus der Wildnis, seien es Wälder, Schneewüsten, einsame Landstriche, unberührte Naturaufnahmen, alles untermalt von einem ergreifend stimmigen Soundtrack. Angesichts dieser landschaftlichen Schönheit, packt es einen förmlich, demnächst die müden Knochen zur richten und mal wieder kräftig wandern zu gehen, umso mehr als der Hauptdarsteller auf dem Weg nach Alaska zahlreiche ungemein liebenswerte Menschen trifft: Ein Hippiee-Paar, die ihren Traum mit viel Liebe trotz zahlreicher Schwierigkeiten zu meistern versucht, ein alter Mann, der wieder zu leben beginnt , ein junges Mädchen, das ihren Platz noch suchen muss, ... Alle diese Menschen werden vom idealistischen Hauptdarsteller ebenso wie wir berührt, entdecken sich in gewisser Weise selbst und können ihn doch nicht von seinem großen Traum Alaska abhalten.
Erstklassige Darsteller und bildgewaltige Landschaftaufnahmen machen die ganzen 143 Minuten zu einem mitreißenden Spektakel, das den Betrachter in die Wildnis entführt.
Fazit: Ein intelligenter einprägsamer Film der eine fesselndes Filmerlebnis schafft und den Betrachter in mehr als einer Weise einbezieht!
4 von 4 fanden diese Bewertung hilfreich.
If you want something in life reach out and grab it...
Also ich könnt ja jetzt gar nicht sagen, wieviele Sterne ich dieser DVD geben würd, weil die ja noch gar nicht veröffentlicht wurde. Aber ich habe vor ein paar Wochen den Film gesehen und der war auf jeden Fall unvergesslich.
Es gibt eben Filme, die berühren einen bis tief ins Herz und lassen einen dann nicht mehr los. Into the wild ist so einer. Die Geschichte des kompromisslosen Idealisten Christopher McCandless hat auf jeden Fall meine Lebenseinstellung für immer verändert.
Der Film verdient die Höchststernanzahl vor allem für seine Authentizität! Großen Respekt verdient die Leistung von Hauptdarsteller Emile Hirsch, dem man die Rolle total abkauft. Seine Augen leuchten beim Anblick der wunderschönen Landschaft, wie die eines kleinen Kindes bzw. rührt es ihn manchmal richtig zu Tränen. Außerdem hat er, um den hungernden Chris glaubhaft darstellen zu können, ziemlich viel abgenommen, was man ihm hoch anrechnen muss. Ja, es war alles so glaubhaft, dass ich ob der Tragik der ganzen Geschichte am Ende sogar geheult habe.
Also 5 Sterne für die Story, die Darsteller (Extrastern für Emile), die Landschaftsaufnahmen, die Musik, den tollen Regisseur (Sean Penn - kann beides super: schauspielern und Regie führen) und das perfekte Zusammenspiel des Ganzen.
Zur Person Christopher McCandless:
Obwohl ich zugeben muss, dass Christopher in seinem Handeln oft sehr egoistisch und unnahbar war, hat mich dieser Mensch und wie er sein Leben gelebt hat doch sehr beeindruckt und ich empfinde schon eine Art Bewunderung für ihn. Er mag zwar bis zum Schluss unnahbar geblieben sein und niemand konnte wirklich an ihn herankommen, aber die Menschen denen er begegnet ist, hat er durch seine Art tief berührt. In seiner Art zu leben war er für mich irgendwie ein Minimalist (im positiven Sinne). Ich meine dieser junge Mann war einfach damit zufrieden zu LEBEN, einfach hier zu sein und die Wunder der Natur zu sehen. Wieviele Leute in unserer vielzitierten "Konsumgesellschaft" wissen das heute noch wirklich zu schätzen?
10 von 11 fanden diese Bewertung hilfreich.
Straight into my Heart
Es gibt nur sehr wenige Filme, die einen bis ins Innerste berühren. Nicht durchgehend, aber immer wieder während des Films durch kleine Gesten, Szenen oder Sätze, merkt man, dass man wirklich etwas fühlt, während man sich gemütlich zurücklehnt und auf einmal feststellt, dass einem, ganz sanft, die Tränen die Wangen runterlaufen. Für genau diese Momente sehe ich Filme. Ich habe sie bei "Brokeback Mountain" erlebt, bei "Smoke" und bei "Im Namen des Vaters", um nur ein paar zu nennen. Und jetzt wieder, ein paar Mal, bei "Into the Wild".
Was Sean Penn hier in seiner vierten Regiearbeit (u. a. "The Indian Runner" und "Das Versprechen") abliefert, reicht fast an seine unglaublichen Leistungen als Schauspieler heran. Penn hat genau den richtigen Blick fürs Detail, er weiß die Landschaften Amerikas großartig in Szene zu setzen, er hat einen wahren Glücksgriff mit seinem Hauptdarsteller Emile Hirsch gelandet, der hier in seiner zweiten großen Rolle nach "Alpha Dog" zu sehen ist und beweist ein nahezu unglaubliches Gespür für Timing, Dramatik und exzellente Zeichnung von Story und Figuren. Ergänzend hierzu hat Autor Jon Krakauer ein fantastisches Drehbuch aus seiner biographischen Buchvorlage über Christopher McCandless von 1995 gemacht. Entstanden ist ein 148minütiges kleines Meisterwerk, das einen ganz besonderen Menschen zum Thema hat. Abgerundet wird das Ganze durch die die wunderschönen Songs von Pearl Jam-Leadsänger Eddie Vedder.
Christopher McCandless - um dies vorwegzunehmen - wird nur 24 Jahre alt. Er fällt seinem eigenen Traum von Freiheit und Einsamkeit zum Opfer. Und, so leid es mir tut, seiner eigenen Naivität und Unvorsichtigkeit. Aber der Film beginnt 1990 nach McCandless College-Abschluss. Seine Eltern (William Hurt, Marcia Gay Harden) wollen ihm zu diesem Anlass ein neues Auto schenken, aber Chris will nur eins - sein gesamtes Hab und Gut einer gemeinnützigen Organisation spenden und sich auf nach Alaska machen. Die fortwährenden Streitigkeiten seiner Eltern und eine generelle emotionale Kälte in seiner Erziehung haben aus ihm einen eigenwilligen jungen Mann mit starker sozialer, fast sozialistischer Ader gemacht. Er will sich aller gesellschaftlicher und familiärer Fesseln entledigen und macht sich somit mit 22 Jahren auf, Amerika zu entdecken und nach Alaska zu reisen. Er geht dabei mehr als konsequent vor, verbrennt sogar sein letztes Geld und zerstört Ausweis und alle anderen wichtigen Papiere, um in den Genuss von wahrer Freiheit zu kommen.
Auf seinem Weg begegnet er den verschiedensten Menschen. Da sind Jan und Rainey (Catherine Keener und Brian Dierker), ein in die Jahre gekommenes Hippie-Pärchen, das auch nicht frei von Altlasten und Problemen ist, ihn aber dennoch herzlich aufnimmt in ihrem Wohnmobil. Es zieht ihn weiter auf eine Getreidefarm zu Wayne (Vince Vaughn), dem einzigen Menschen, dem er im Übrigen von unterwegs ein paar Postkarten schreibt. Und dann wäre da noch Ron Franz (Hal Holbrook), ein alter Mann, der irgendwo am Rand der Wüste sein einsames Dasein fristet und immer noch dem Tod von Frau und Kind vor 40 Jahren hinterher trauert. McCandless meldet sich nicht bei seinen Eltern und lässt auch auf seinen Reisen kaum jemanden wirklich an sich heran. Dies ist der einzige kleine Minuspunkt im Film, man kommt der Hauptfigur immer nur momentweise nahe, alles in allem bleibt Chris McCandless aber weitestgehend ein Mysterium, was seine Motivation und seine Emotionen angeht.
Irgendwann ist es dann geschafft, Chris ist in den Weiten Alaskas. Er findet einen ausrangierten Bus, in dem er sich häuslich niederlässt und von nun an von dem lebt, was die Natur ihm bietet (Beeren und Eichhörnchen). Außer seinen Büchern, ein paar Kilo Reis und einem Schlafsack hat er so gut wie nichts bei sich, lebt asketisch, aber offensichtlich glücklich in den Wäldern dieses kaum besiedelten Staates. Als er sich nach drei Monaten auf den Rückweg machen will, ist ihm durch die Schneeschmelze, die den Fluss in einen reißenden Strom verwandelt hat, der Weg abgeschnitten. Notgedrungen kehrt er in den Bus zurück, findet aber nicht mehr ausreichend Essen vor und verhungert letztendlich. Ca. zwei Wochen nach seinem Tod im August 1992 wird er gefunden. Hirsch hat sich im Übrigen für die letzten Szenen 20 kg runtergehungert, neben seiner schauspielerischen also auch eine körperliche Leistung.
Tragisch ist sein Tod aus zweierlei Gründen: a) scheint dieser Chris McCandless ein ganz besonderer Mensch gewesen zu sein. Penn zeichnet ihn als sympathischen jungen Mann, der gegen gesellschaftliche Normen auf seine Art und Weise revoltiert und einfach nur seinen Traum leben will. Hirsch verkörpert dies grandios, er ist freundlich, aufgeschlossen, verliert aber nie sein Ziel aus den Augen und geht kompromisslos seinen Weg - bis in den (unfreiwilligen) Tod. Er berührt die Herzen seiner Mitmenschen und unsere. Und genau hier entstehen diese kleinen magischen Momente. Etwa wenn er zu Jan sagt: "Wir können jetzt was essen oder ich bleibe hier einfach die ganze Nacht neben dir sitzen und unterhalte mich mit dir, das könnte ich nämlich ohne Probleme." Oder wenn Ron Franz ihn mit Tränen in den Augen darum bittet, sich von ihm adoptieren zu lassen. Man wäre gern ein ganz klein bisschen wie McCandless, furchtlos, hoffnungsvoll, optimistisch, abenteuerlustig und dabei ungeheuer sympathisch. Penn zeigt auf, dass das Leben soviel mehr sein kann als ständig darum besorgt zu sein, dass alles geregelt ist, dass Geld reinkommt und dass alles mehr oder weniger der Norm entspricht. Einfach mal mit der ein oder anderen Konvention brechen, frei sein von Pflichten und Zwängen und etwas Spontanes tun, das möchte man nach diesem Film. B) ist das Ganze mehr als tragisch, weil McCandless nicht hätte sterben müssen. Bedauerlicherweise hat er sich nur unzureichend auf sein Leben in der Wildnis vorbereitet. Er hatte nicht genügend Informationen über die Gegend, er hatte weder Kompass noch Landkarte bei sich. Wäre er hier besser ausgerüstet gewesen, hätte er auf der Karte erkennen können, dass der nächste Ort nur 6 Meilen entfernt ist, dass der Fluss sich etwas weiter oben mit einer Seilbahn hätte überqueren lassen und dass auch der Highway nur 15 Meilen weit entfernt war. So haben ihn seine Träume letztendlich umgebracht, aber er ist mit Sicherheit einer der wenigen Menschen, die ihre Träume konsequent gelebt haben und damit für sich in seinen 24 Jahren vielleicht mehr erreicht hat, als es die meisten von uns in ihrem ganzen Leben schaffen. Der Film - dies muss ich der Vollständigkeit halber sagen - hätte auch eine halbe Stunde kürzer sein können, da in den 2S Stunden dann eben doch das ein oder andere Mal deutlich wird, wie unnahbar Chris teilweise ist und das niemand es wirklich schafft, ganz zu ihm durchzudringen. So wirkt die ein oder andere Szene leider etwas kalt und das Defizit, diesen besonderen Menschen nicht wirklich greifen zu können, wird sichtbar. Dennoch: Ich ziehe meinen Hut vor Chris McCandless, vor seinen Visionen, seiner Menschlichkeit und seinem Optimismus. Ich verneige mich vor Sean Penn, der hier einmal mehr beweist, was für ein unglaubliches Talent er ist, sowohl als Schauspieler als auch als Regisseur. Und letztendlich geht ein riesengroßes Lob an Emile Hirsch und seine fantastischen Co-Stars, die diesen Film zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Es war berührend, ihre Charaktere kennenlernen zu dürfen. "Into the Wild" geht nicht nur unter die Haut sondern auch Into the Heart. Danke dafür!
4 von 6 fanden diese Bewertung hilfreich.
Bester Film ever!
Habe den Film im Kino gesehen (Gott sei Dank kam ich noch in den Genuss der Großleinwand) und ich muss sagen, das ist seitdem mein absoluter Favorit. Die Geschichte, die auf eine wahre Begebenheit beruht, ist einfach mitreißend. Mal ganz abgesehen von den landschaftlichen Bildern. Ein Genuss für die Ohren ist auch die Filmmusik, die extra für diesen Film von Eddie Vedder (Pearl Jam Frontmann) komponiert und gesungen wird.
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