Die Geschichte vom Brandner Kaspar (2 DVDs)
~Darsteller: Franz Xaver Kroetz, Michael Bully Herbig
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Darsteller: Franz Xaver Kroetz, Michael Bully Herbig
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basierend auf 37 Rezensionen
ASIN: B001KZ9XB6
EAN: 4010324026866
Erscheinungsdatum: 06.05.2009
Verkaufsrang: 1177
Publisher:Concorde Video
Studio: Concorde Video
Label: Concorde Video
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
Altersfreigabe: Freigegeben ab 6 Jahren
Format: Dolby, DTS, PAL
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Aus der Amazon.de-Redaktion
Oberbajuware Joseph Vilsmeier (Stalingrad, Schlafes Bruder) verfilmt Die Geschichte vom Brandner Kasper mit Franz Xaver Kroetz (Kir Royal) und Michael „Bully“ Herbig in den Hauptrollen. Big Budget Komödienstadl aus Bayern.
Südlich des Weisswurstäquators kennt jedes Kind die Geschichte vom bauernschlauen Brandner Kasper der den Tod beim Karteln betrügt. Seitdem Franz von Kobell die Geschichte im Jahr 1871 aufgeschrieben hat, gab es immer wieder Adaptionen, sowohl fürs Theater als auch für die Leinwand. Am bekanntesten vielleicht die Filmversion von 1949 mit Paul Hörbiger. Der Vilsmeier Joseph hat nach eigenen Angaben bereits damals die Dreharbeiten als Kind miterlebt. Kein Wunder also dass sich der Wunsch eingebrannt hat, irgendwann einmal selbst die Kamera auf den Boanlkramer zu halten.
Der Tegernseer Büchsenmacher und Wilderer Brandner Kasper (Franz X.Kroetz) ist mit seinen knapp 70 Jahren ein ausgesprochen fideles bayerisches Mannsbild. Der frühe Verlust seiner Frau und seines Kindes hat in ihm Bärenkräfte mobilisiert die ihn Haus und Hof mit der Büchsen im Anschlag gegen Alles und Jeden verteidigen lassen. Ein solch anarchistischer Hallodri ist den Honoratioren des Dorfs natürlich ein Dorn im Auge. Als er beim Wildern im Wald einen Streifschuss abbekommt macht der Tod (Michael „Bully“ Herbig), demokratisch und unbestechlich, auch diesem Urgestein seine Aufwartung. Doch der Brandner Kasper ist nicht gewillt zu gehen – noch nicht. In einer lallerten Nacht und dutzenden geleerten Schnapsgläsern führt er den Boanlkramer, so der volkstümliche Name für den Sensenmann, hinters Licht. Mit unabsehbaren Konsequenzen.
Wer sonst neben Joseph Vilsmeier sollte für diesen Stoff besser geeignet sein? Und wer sonst neben Anarcho-Melancholiker Franz X.Kroetz und Spassprofi Michael „Bully“ Herbig sollte die Hauptrollen in einer zeitgemässen Verfilmung der leicht angestaubten Geschichte spielen? Niemand lautet die Antwort und dennoch: was nach einer wilden, durchgeknallten Hatz durch bayerisches Kulturgut klingt nimmt sich manchmal etwas harmlos aus. Das Herzstück des Films, die Kartelszene zwischen dem Brandner Kasper und dem Boanlkramer, wirkt merkwürdig uninspiriert. Bully "mosert" sich lispelnd und schnarrend durch seinen Text und wirkt oft neben Franz X.Kroetz zu harmlos. Von Zeit zu Zeit ist zu wenig spürbar vom Doppelbödigen, von der bedrohlichen Präsenz dessen was uns alle irgendwann ereilen wird. Vilsmeiers Die Geschichte vom Brandner Kasper ist ein harmloser, aber charmanter Schwank vor prächtiger Bergkulisse, mit zumindest in Bayern allseits bekanntem Inventar. Ein Film den man immer gut im Familienkreis konsumieren kann. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Thomas Reuthebuch
Kundenrezessionen und Meinungen für :
3 von 4 fanden diese Bewertung hilfreich.
Auch im Himmel der Bayern...
...dürfen die Weißwürscht des Zwölfeläuten nicht hören. Und damit sind wir auch schon in dem Teil des Filmes, der mich besonders amüsierte. Im Himmel versammelt sich mit Jörg Hube, Herbert Knaup und Jürgen Tonkel eine recht lustige Truppe, die es gar nicht mag, wenn sie beim Weißwurstessen und Kartenspielen gestört wird.
Bis wir allerdings dorthin kommen, zieht sich der Film leider streckenweise sehr. Vor allem schafft er es nicht ganz, die Tragik, die sich ja auch hinter dem Stück verbirgt, atmosphärisch zu transportieren. Nur zum Schluss wird es atmosphärisch ganz dicht um danach in den Himmelsszenen ein schönes Finale zu finden. Kompensiert werden diese Schwächen aber mit Leichtigkeit durch den Hauptdarsteller Franz X. Kroetz, der hier einmal mehr zeigt, dass er zu den ganz großen seines Faches gehört. Aber auch Bully Herbig ist seine Rolle auf den Leib geschneidert.
Insgesamt betrachtet ist die Geschichte des Brandner Kaspar durch Joseph Vilsmeier authentisch verfilmt und wird dem Stoff gerecht. Die großartigen schauspielerischen Leistungen verdienen alleine bereits ihre fünf Sterne, woran auch die angesprochenen Schwächen nichts mehr ändern. Ein schöner Film für alle, die sich von tollen Schauspielern gut unterhalten lassen wollen.
8 von 11 fanden diese Bewertung hilfreich.
geniale Komödie mit Herz und Tiefsinn
Habe schon lange keinen Film mehr im Kino gesehen, der so fesselt.
Bullys gewohnt witzige Art gemischt mit der herzlichen, damatischen Geschichte des Brandner Kaspars läd immerwieder zum Anschauen ein.
Ein genial gelungener Film, dessen DVD-Start wir kaum erwarten können.
28 von 34 fanden diese Bewertung hilfreich.
Gelungene Wiederbelebung des bayrischen Komödiantenstadls
Der "Brandner Kaspar" ist eine wirklich unterhaltsame Geschichte für Jung und Alt und steht überhaupt nicht in der Tradition sonstiger Heimatgeschichten, wie z.B. "Der Förster vom Silbersee." Der Münchener Schriftsteller Franz von Kobell verfasste die amüsante Geschichte im Jahr 1871, die allerdings erst 63 Jahre später für das Bühnenspiel adaptiert wurde.
Wer glaubt, dass die Bayern keine Kosmopoliten seien, irrt!!! Denn die Uraufführung fand ausgerechnet in der Landeshauptstadt eines anderen Freistaats statt, gemeint ist Dresden, und feierte dort einen so enormen Erfolg, dass es sich schnell zum meistgespielten Stück auf deutschen Bühnen entwickelte.
Die Geschichte handelt um einen Lebemann und Wilderer, der auch als Brandner Kaspar bekannt ist. Er bekommt Besuch vom Boanlkramer - zu Hochdeutsch: dem Tod - , dem er allerdings nicht ins Jenseits folgen möchte. Daraufhin fordert der Brandner Kaspar den Tod heraus. Er macht ihn mit Kirschgeist besoffen, legt ihn beim Kartenspiel herein und gewinnt damit weitere 20 Lebensjahre. Im Himmel und auf Erden kommt es daraufhin zu einigen komplizierten Verwicklungen. Der Tod versucht natürlich gegenüber Petrus die Angelegenheit zu verschleiern. Dennoch ist der Sachverhalt dem preußischen Adel im Himmel nicht unbemerkt geblieben und meldete Petrus, dass durch dieses Missgeschick die preußische Geschichte in der Zukunft sehr nachteilig beeinflusst würde. Der Tod, der auch im Himmel ein nicht gern gesehener Gast ist, bekommt arge Schwierigkeiten und muss sich aufmachen, den Brandner Kaspar von der Qualität des Jenseits zu überzeugen. Und die Darstellung des Himmels ist bayrischer als Bayern selbst, denn es handelt sich um den sogenannten Weißwurst - Himmel und die Engel tragen Lederhosen, spielen Blasmusik für jeden Neuankömmling am Himmelstor, trinken den ganzen Tag Paulaner und essen unaufhörlich Weißwurst. Mehr soll nicht verraten werden!!! Die irdische Szenerie wurde in einem Freilichtmuseum gedreht und zeigt damit sogar ungeschönt die Lebenswirklichkeit zur Zeit der Entstehung dieser Geschichte.
Der Film wird in besonderem Maße vom Schauspieler Bully Herbig (Bully Parade, Raumschiff Surprise, Der Schuh des Manitu,...) getragen, der in seiner Rolle des Todes wirklich brilliert und der Geschichte, die schon einst mit Gustl Bayermayer und Co. verfilmt wurde, eine besondere und völlig neue Note verleiht. Das Tempo des Films ist ebenso geprägt von Seidlscher Gemütlichkeit. Hollywood - Spezialeffekte sollte man nicht erwarten. Es ist ein Film für einen geselligen Abend zu zweit bei einem Glas Wein und Erdnussflipsen. Die Komödie lädt auch zum öfteren Sehen ein, da sie irgendwie zeitlos ist und vermutlich auch wieder in Bayern Kultcharakter erhalten wird.
Der Filmemacher heißt Joseph Vilsmaier und ist bereits durch zahlreiche andere Filme bekannt geworden, wie z.B. "Der letzte Zug," "Comedian Harmonists," "Schlafes Bruder" oder "Bergkristall." - Christoph Erlemeier -
18 von 21 fanden diese Bewertung hilfreich.
Ein bayrisches Traditionsstück ...
... und Bully Herbig. Geht das zusammen?
Mit eher gemischten Gefühlen habe ich mir den "neuen" Brandner Kaspar angeschaut - gefasst auf Klamauk und plakative Gags - doch meine Sorge war völlig unberechtigt. Der Name "Franz Xaver Kroetz" hätte mir vorher schon sagen können, dass hier mit dem Stoff durchaus angemessen umgegangen wird, und auch eine von mir zuvor gelesene Kritik, die Geschichte verblasse vor den gewaltigen Landschaftszenen, stellte sich als unbegründet heraus.
Zur Geschichte selbst will ich nicht viel schreiben, die dürfte bekannt sein, und wenn nicht ist sie schnell im Netz zu recherchieren. Die Umsetzung finde ich äußerst gelungen - sie knüpft positiv an alte Bergfilme an, ist einfühlsam und natürlich erzählt und hat einen hintergründigen Charm, der vor allem durch den Boandlkramer (den Tod, der von einem bis zur Unkenntlichkeit maskierten Michael Herbig gespielt wird) zur Geltung kommt.
Also: wer ihn noch nicht gesehen hat und einen humorvollen, etwas hintergründigen Film sucht, der ist hier bestens bedient.
21 von 23 fanden diese Bewertung hilfreich.
Ein Paradies ist da, wo einer aufpasst, dass kein Depp reinkommt...
Der Brander Kasper und das ewige Leben!
Man muss sich als Zuschauer bewusst sein, dass man mit diesem Film ein Stück bayrische Kulturgeschichte sich ansieht. Bully Herbig tritt in die großen Fussstapfen von Hörbiger und Toni Berger. Und er macht dies grandios.
Die Geschichte vom Kasper, der den Tod untern Tisch säuft und beim anschließenden Kartenspiel um weitere Lebenszeit betrügt und dies dann anscließend doch wieder bereuen muss, ist soweit bekannt und soll auch nicht weiter verraten werden.
Der Film lebt auch nur zu geringen Teilen von der schon vielen (aus den Vorversionen) bekannten Handlung, sondern von den Schauspielern. F.X. Groetz brilliert in der Rolle des grantigen Brander, Herbig lehnt seine Rolle des Boandlkramers (hochdeutsch: Gebeine-händler), stark an die Orginalversion aus den 40er Jahren von Hörbiger an, drückt dabei der Rolle seine eigene komödiantische Note auf.
Aber auch die vielen kleinen Nebenrollen, wie die des Petrus sind liebevoll im Detail und nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise in die gute alte (bayrische) Zeit.
Ein Muss - nicht nur für Bully Fans!






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